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23. April 2026

Ertrag sichern trotz Wetterextreme – Warum die Sortenwahl 2026 wichtiger ist denn je … erklärt Paula Marsand, Mais-Strategin bei der Deutschen Saatgut

Spätfröste im April, Trockenheit im Mai, Hitzetage über 35 °C zur Kornfüllung: Extreme sind keine Ausreißer mehr, sondern inzwischen Teil der landwirtschaftlichen Kalkulation. Gleichzeitig steigen Betriebsmittelkosten und regulatorische Vorgaben begrenzen den Düngereinsatz. Damit rückt ein Faktor stärker in den Mittelpunkt: die Genetik.


Stress trifft nicht jede Sorte gleich


Sorten reagieren ganz unterschiedlich auf diese Faktoren. Entscheidend ist daher nicht der Höchstertrag im Optimaljahr – sondern das individuelle Verhalten im Grenzbereich.


Paula Marsand begleitet Maisbestände in Ostdeutschland und wertet regelmäßig Versuche sowie Praxisergebnisse aus: „Gerade hier im Osten sehen wir die Auswirkungen von Trockenstress besonders deutlich. Nicht jede Sorte kommt damit gleich gut zurecht – und genau das entscheidet am Ende über den Ertrag.“


Wurzeln entscheiden über Millimeter Regen


Auf leichten Standorten können 30 bis 40 mm verfügbarer Restfeuchte über mehrere dt/ha entscheiden. Sorten mit tieferer Durchwurzelung und höherem Feinwurzelanteil, sowie besserer N-Effizienz nutzen Wasser und Nährstoffe messbar effizienter. Studien zeigen: Eine um nur 5 % verbesserte Wassernutzungseffizienz kann bei Trockenstress Ertragsvorteile im Körnermaisanbau von 3 – 6 dt/ha sichern.


Paula Marsand: „Auf unseren Standorten zeigt sich immer wieder: Sorten, die Wasser effizienter nutzen, bleiben unter Trockenstress einfach länger leistungsfähig.“


Stabilität schlägt Spitzenertrag


In mehrjährigen Versuchen liegen Unterschiede zwischen Spitzenertrag und stabiler Sorte oft bei nur 2 – 4 % im Optimaljahr. In Stressjahren können jedoch 8 – 15 % Differenz entstehen. Über fünf Jahre betrachtet ist die wirtschaftlichere Sorte häufig die mit geringerer Streuung – nicht die mit dem Einzelrekord.


Das richtige Saatgut: Kleiner Kostenblock, großer Hebel


Saatgut macht stets einen geringen Teil an den Gesamtbetriebskosten aus, beeinflusst aber maßgeblich das Ertragspotential. Während Düngemengen regulatorisch gedeckelt sind und zukünftig immer höhere Kosten verursachen werden, bleibt die genetische Ausstattung also die planbare Stellschraube.


Deshalb gilt für uns: Sortenwahl ist Risikomanagement


Die Frage für 2026 lautet also nicht: „Welche Sorte bringt das Maximum?“ Sondern:
„Welche Sorte passt zu Standort, Wasserverfügbarkeit und Betriebsstrategie?“


Wer heute Ertrag sichern will, muss Genetik strategisch denken. Wir als Saatgut Experten verstehen Saatgut deshalb als entscheidenden Baustein betrieblicher Ertrags- und damit Zukunftssicherung – angepasst an Standort, Wasserverfügbarkeit und Marktanforderung.


Gerne berate ich Sie dazu individuell.

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