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30. März 2026

„Wir müssen uns die mittelständische Landwirtschaft bewahren!“

Die MFG Deutsche Saatgut GmbH unterstützt Landwirte mit widerstandsfähigem und ertragreichem Mais- und Sojasaatgut sowie vielfältigen Zwischenfrüchten und Gräsermischungen. Warum die Innovationen dabei in Nuancen vorangehen und trotzdem starke Nutzengewinne mit sich bringen und auf welche gesamtwirtschaftliche Entwicklung er mit weit größerer Besorgnis blickt als auf das Mercosur-Abkommen, verriet Geschäftsführer Christian Gaisböck im Interview mit Wirtschaftsforum.


Wirtschaftsforum: Herr Gaisböck, die MFG Deutsche Saatgut GmbH tritt als starker Partner der Landwirtschaft auf – an welcher Stelle unterstützen Sie Ihre Kunden dabei genau?


Christian Gaisböck: Als Direktvertrieb beliefern wir unsere Landwirte mit Zwischenfrüchten, Gräsermischungen sowie Mais- und Sojasaatgut. Dabei können wir auf die mittelständisch und genossenschaftlich erzeugte Genetik unserer Züchtungspartner zurückgreifen, die vornehmlich von unseren Partnern in Deutschland und Österreich erzeugt wird. Diese schneidet in den Qualitätsparametern durchwegs überdurchschnittlich ab, sodass ein Landwirt mit unseren Produkten einen etwas höheren Ertrag auf seinen Äckern erwarten darf.


Wirtschaftsforum: Worin liegen dabei die zentralen Innovationen?


Christian Gaisböck: Angesichts der großen Produktvielfalt, die es im Markt gibt, sprechen wir hier von Nuancen – doch diese machen im harten Wettbewerb eben den Unterschied. Unsere Gräsermischungen können beispielsweise mit einem Reinheitsgrad von 99,9 bis 100% überzeugen. Wir bieten insgesamt 25 Maissorten an, womit wir dem Landwirt ein ganz für seine individuellen Anforderungen vorselektiertes Portfolio bereitstellen können: pansenstabil und mit hochverdaulichen Fasern, denn am Ende will ein Milchviehlandwirt ja die Milchleistung seiner Kühe steigern. Dabei können wir ihn unterstützen. Darüber hinaus haben wir eine in Deutschland außergewöhnlich breite Fachkompetenz im Bereich Soja zu bieten – einer der hierzulande bis heute am stärksten unterrepräsentierten Kulturen überhaupt.


Wirtschaftsforum: Worauf kommt es bei der Qualität der Sojabohnen an?


Christian Gaisböck: Unsere Sorten vereinen eine hohe Triebkraft mit einem hohen Ertrag. Denn auch wenn die Auflaufbedingungen mit einem nasskalten April oder Mai einmal nicht gerade optimal sind, wollen die Landwirte dann vielfach trotzdem schon aussähen – deshalb ist eine überdurchschnittliche Triebkraft an dieser Stelle ein wichtiger Vorteil.


Wirtschaftsforum: Worin sehen Sie Weiterentwicklungspotenzial für die nächsten Jahre?


Christian Gaisböck: Grundsätzlich müssen unsere Mitarbeiter auch in Zukunft exzellente Saatgutexperten sein – sie werden dieses tiefe Produktwissen jedoch perspektivisch noch dezidierter mit einer spitzen Expertise zu den konkreten Gegebenheiten verbinden können, die bei unseren Landwirten vor Ort tatsächlich vorherrschen. Denn schon ein paar Dutzend Kilometer Ortsunterschied können leicht andere Umgebungsbedingungen bedeuten – eine Temperaturabweichung um 2 °C etwa, oder ein bisschen mehr oder weniger Niederschlag. Das kann in der landwirtschaftlichen Praxis bereits spürbare Konsequenzen nach sich ziehen. Mithilfe feingliedriger Wetter- und Bodendaten wollen wir unsere Züchtungsprodukte nun noch besser an die konkreten Bedürfnisse unserer einzelnen Landwirte anpassen und diese dabei noch individueller beraten.


Wirtschaftsforum: Wie blicken Sie derweil auf die aktuelle Marktlage in der Landwirtschaft?


Christian Gaisböck: Offen gestanden, mit einiger Besorgnis: Der Milchpreis steht so tief wie seit zehn Jahren nicht mehr, und auch die Marktpreise für Commoditys wie Getreide sind erschreckend schlecht. Doch trotz dieser Herausforderungen müssen die Betriebe weiterhin ihre turnusmäßigen Vorauszahlungen an die Finanzämter entrichten – Liquiditätsengpässe sind da vorprogrammiert. Wir tun unser Möglichstes, um unsere Kunden auch bei diesen Schwierigkeiten zu unterstützen, etwa indem wir auf unbürokratischem Wege passgenaue Zahlungsziele vereinbaren.


Wirtschaftsforum: Aufgrund des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten werden bisweilen sogar noch größere Verwerfungen erwartet.


Christian Gaisböck: Da sehe ich lange nicht so schwarz wie andere – denn ich bin überzeugt, dass die Landwirtschaft in Deutschland auf einer starken Substanz aufbauen kann und dass wir uns somit in den nächsten Jahren auch gut an die veränderten Marktbedingungen anpassen können. Umso wichtiger wäre es, auf die geballte Schlagkraft in Europa zu setzen: Deutschland und Frankreich müssten einen deutlich stärkeren Dialog aufnehmen, und auch osteuropäische Länder wie Rumänien und Bulgarien böten dank ihrer exzellenten Flächenstrukturen erstklassige Möglichkeiten, um eine nachhaltige Ernährungssicherheit für den ganzen Kontinent zu gewährleisten. Im Moment fehlt es aber leider am politischen Willen, die mittelständisch geprägte Landwirtschaft fundamental zu stützen – denn auf den zunehmenden Flächenaufkauf durch Konzerne blicke ich mit weit größerer Sorge als auf das Mercosur-Abkommen.


Wirtschaftsforum: Man könnte entgegnen, dass größere Strukturen bisweilen effizienter sind als die bäuerliche Landwirtschaft.


Christian Gaisböck: Bäuerliche Landwirtschaft – das ist eher ein verklärender Begriff, der mit der Realität schon lange nichts mehr zu tun hat. Doch die mittelständisch geprägte Bewirtschaftung sollten wir uns auf jeden Fall erhalten; denn während Konzerne ganz auf eine kurzfristige Gewinnmaximierung aus sind, haben Familienbetriebe den langfristigen Erfolg über Jahre und Jahrzehnte im Blick – das ist auch volkswirtschaftlich gesünder. Und wenn ich mir die vielen organisationalen Doppelungen und Beratungsstrukturen in Konzernen vergegenwärtige, arbeitet jeder mittelständische landwirtschaftliche Betrieb doch wesentlich effizienter!


Das ausführliche Interview finden Sie auf  wirtschaftsforum.de

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